Fragen und Antworten - Ergonomie

Büroarbeitsplätze

Ist die Benutzung von Sitzbällen in Büroräumen geeignet?

Auf so genannten Sitzbällen befindet sich der Rücken in einem labilen Gleichgewicht und die Benutzer müssen sich auf die besondere Art des Sitzens konzentrieren, um nicht herunter zu fallen.

Wegen der fehlenden Abstützmöglichkeit des Rückens nimmt der Benutzer bereits nach kurzer Zeit durch zunehmende muskuläre Ermüdung eine "Rundrückenhaltung" ein, die zu einer erhöhten Bandscheibenbelastung führt.
Weiterhin bieten Sitzbälle keine Höhenverstellung, so dass eine Optimierung der Sitzhöhe nicht möglich ist.

Da ein Sitzball beim Aufstehen wegrollen kann und sich dadurch unter Umständen nicht mehr an der vermuteten Position befindet, besteht die Gefahr, dass sich der Benutzen anschließend ins "Leere": setzt. Durch seine Rolleigenschaften kann der Sitzball auch zur Sturz- und Stolperstelle werden.

Bei der Einrichtung bzw. Ausstattung von Büro- und Bildschirmarbeitsplätzen, sind die Bildschirmarbeitsverordnung und die Arbeitsstättenverordnung anzuwenden.

Fazit: Sitzgelegenheiten müssen beim Einsatz an Büro- und Bildschirm- Arbeitsplätzen bestimmten sicherheitstechnischen und ergonomischen Kriterien genügen.
Primäre Anforderungen sind unterschiedliche Einstellmöglichkeiten zur Einnahme individueller ergonomischer Sitzhaltungen, Standsicherheit, Stabilität und definierte Rolleigenschaften. Sitzbälle erfüllen diese Anforderungen nicht.

UND: Sitzbälle sind keine Arbeitsmittel, sondern Therapie-Mittel, die als Trainings- und Übungsgeräte (und nur dafür!) geeignet sind.
Arbeitsunfälle, die sich durch die Benutzung von Sitzbällen ereignen, werden durch die Unfallkasse Post und Telekom nicht anerkannt.

Stand: Juli 2010